Hochtour in den Stubaier Alpen vom 21.-22.09.2013

Die lange Schönwetterperiode, die diesen Sommer prägte, endete Anfang September mit zwei regenreichen Wochen, die in den Bergen auch ein wenig Neuschnee brachten. Neuschnee – eine gute Gelegenheit, mal wieder auf Hochtour zu gehen.

Bei gemeinsamer Tourenrecherche fiel Jochen die schöne Lage der Bremer Hütte auf. Da müsste man mal hin, sagten wir uns, und wählten den Östlichen Feuerstein als Tourenziel. Schnell fanden sich weitere Interessenten, die wie wir noch nie dort waren, so dass wir letztendlich zu sechst unterwegs waren. Interessanterweise lauter Individualisten, die große Gruppen sonst eher meiden, aber untereinander verstanden wir uns zum Glück gut und hatten eine Menge Spaß zusammen.

Beim Start am Samstag in Gschnitz (1242m) in den südöstlichen Stubaiern waren wir aber erst mal nur zu viert: Herbert, Jochen, Mark und ich. Erst durch Wald, dann über wunderschöne, schon gelblich verfärbte Wiesenhänge stiegen wir zur Bremer Hütte (2413m) auf, im Hintergrund die frisch angezuckerten Berge des Stubaier Hauptkamms. Es hingen noch einige Wolken zwischen den Bergen, zwischen denen man aber eine sehr gute Sicht hatte.

Rückblick übers Gschnitztal

Rückblick übers Gschnitztal

Die wunderschön gelegene Bremer Hütte

Die wunderschön gelegene Bremer Hütte

Die umwölkten Gipfel von Gschnitzer und Pflerscher Tribulaun

Die umwölkten Gipfel von Gschnitzer und Pflerscher Tribulaun

Gegen halb zwei erreichten wir die Hütte und machten erst mal Mittagspause. Nach einer guten Stunde brachen wir dann noch einmal auf, um die Innere Wetterspitze über den Ostgrat zu besteigen. Der markierte Steig führt zunächst über breite Wiesenhäge, dann folgt alpineres, teilweise ausgesetztes Gelände mit einigen Kraxelstellen (bis II). Hier lag auch hin und wieder etwas Neuschnee, die Kletterstellen lagen aber zumeist suüdseitig und waren aper. Ich weiß nicht, ob es an der Höhe lag oder am Kaiserschmarrn, der mir etwas schwer im Magen lag, auf jeden Fall konnte ich hier oben nicht mehr ganz mit den anderen mithalten und kam erst ein paar Minuten später, gegen halb fünf am Gipfel (3053m) an.

Zum ersten Mal zeigt sich das Ziel des nächsten Tages, der Östliche Feuerstein (höchster Punkt in Bildmitte)

Zum ersten Mal zeigt sich das Ziel des nächsten Tages, der Östliche Feuerstein (höchster Punkt in Bildmitte)

Am Ostgrat zur Inneren Wetterspitze

Am Ostgrat zur Inneren Wetterspitze

Dort genossen wir die Aussicht und das warme Nachmittagslicht, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Als wir gegen sechs wieder an der Hütte waren, gab es kurz darauf auch schon (ein sehr schmackhaftes) Abendessen und um neun lagen wir schon alle im Bett. Irgendwann nach zehn schlichen sich dann noch Karoline und Robi ins Lager, die nicht früher anreisen konnten. Nun waren wir also komplett.

Glorienerscheinung am Gipfel

Glorienerscheinung am Gipfel

Das Pflerscher Hochjoch spiegelt sich in der Lacke vor der Hütte

Das Pflerscher Hochjoch spiegelt sich in der Lacke vor der Hütte

Am Sonntag klingelte viertel vor sieben der Wecker und eine knappe Stunde später gingen wir los. Kühl und klar war die herbstliche Morgenluft und der Aufstieg abwechslungsreich mit einem Stück des Stubaier Höhenwegs zu Beginn, einem flachen Felsgrat, etwas Gletscher und Firn sowie eingeschneitem Blockgelände.

Morgendlicher Blick in die Zillertaler mit dem Olperer prominent in der Mitte

Morgendlicher Blick in die Zillertaler mit dem Olperer prominent in der Mitte

Auf dem Weg zur Nürnberger Scharte, im Hintergrund der Apere Feuerstein

Auf dem Weg zur Nürnberger Scharte, im Hintergrund der Apere Feuerstein

Auf dem Grüblferner reihten wir uns hinter einer Dreier-Seilschaft ein, die von der Nürnberger Hütte hinauf kam, und stiegen bis zum Sattel zwischen Feuerstein und Pflerscher Hochjoch auf. Kühl war es hier oben – der vorhergesagte strahlende Sonnenschein war nicht eingetreten, stattdessen blockierten Schleierwolken einen Teil der Sonnenstrahlung. Hier war der Sommer eindeutig schon zu Ende gegangen. Vom Sattel aus ging es über den Nordostgrat zum Gipfel. Der Grat bietet größtenteils Gehlände mit einigen Ier-Stellen; in aperem Zustand wahrscheinlich überhaupt kein Problem, mit dem lockeren Neuschnee war an einigen Stellen doch erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Stubaier Gipfelpanorama

Stubaier Gipfelpanorama

Am Grüblferner, dahinter unser Gipfelziel

Am Grüblferner, dahinter unser Gipfelziel

Gegen Mittag erreichten wir den 3268m hohen Gipfel. Auch hier war es eher zugig, dafür war die Aussicht umso besser und reichte vom Olperer über Hochgall, Marmolada und Weisskugel bis zum Karwendel. Mit unserem mobilen Gipfellexikon (Mark) konnten wir dabei fast alle markanten Gipfel identifizieren.

Klettern am Nordostgrat

Klettern am Nordostgrat

Der Gipfel rückt näher

Der Gipfel rückt näher

Der Abstieg erfolgte entlang des Aufstiegsweges. Am Sattel versuchte Robi mit seinem Gleitschirm abzuheben, aber der Wind war leider zu wechselhaft und so musste er mit uns mit zu Fuß absteigen. Mark machte etwas weiter unten noch einen Abstecher zum Aperen Feuerstein (2967m) und alle zusammen kamen wir gegen halb vier wieder an der Hütte an, an der wir noch eine Pause einlegten und mit einem Bier auf diesen schönen Tourentag anstießen.

Im Abstieg, im Hintergrund der Habicht

Im Abstieg, im Hintergrund der Habicht

Robis erfolgloser Startversuch

Robis erfolgloser Startversuch

Schließlich machten wir uns an den weiteren Abstieg über die schönen herbstlichen Bergwiesen, der abends um sieben in Gschnitz endete. Wir waren uns einig: Es war eine schöne Tour gewesen und ein Herbstwochenende ganz nach unserem Geschmack.

Diesen aufmerksamen Gesellen trafen wir kurz vor der Hütte

Diesen aufmerksamen Gesellen trafen wir kurz vor der Hütte

Die sechs von der Bremer Hütte

Die sechs von der Bremer Hütte