Bergtour im Ammergebirge am 06.10.2013

Am Sonntag hatte ich mal wieder Zeit für eine Bergtour. Die Wettervorhersage war nicht allzu gut, so dass ich beschloss, nicht weiter als ins Ammergebirge zu fahren. Als morgens dann kaum Wolken zu sehen waren, fiel die Wahl auf die Überschreitung der Geierköpfe, die ich ohnehin schon lange im Kopf hatte.

Die Tour startete ich gegen halb zehn am Parkplatz Neualpgrieß (1100m), von wo ich zum Neualpsattel aufstieg. Es war zwar deutlich weniger heiß als bei meinem letzten Besuch hier, aber dank der hohen Luftfeuchtigkeit floß der Schweiß in fast ebensolchen Strömen. Einen richtig guten Rhythmus fand ich auch nicht, was wahrscheinlich an der abklingenden Erkältung sowie dem fettigen Oktoberfest-Essen der Vortage lag…

Blick vom Neualpgrieß zum Hauptgipfel

Blick vom Neualpgrieß zum Hauptgipfel

Am Sattel angekommen wandte ich mich nach rechts zum Weg, der den Südhang der Geierköpfe quert. Inzwischen hatte es bereits begonnen zuzuziehen, aber noch war die Sicht recht gut. Schließlich bog ich vom Weg ab und stieg über Wiesen zu einer Scharte, die ich zwischen einem östlichen Vorgipfel und dem Ostgrat des Ostgipfels verortete.

Im Südhang

Im Südhang

Von der Scharte aus erstieg ich bei abnehmender Sicht westwärts mehrere Gratbuckel, bis ein Aufbau aus dem Nebel hervortrat, der nur zum Hauptgipfel gehören konnte. Also war der vermeintliche östliche Vorgipfel doch der Ostgipfel. Wenn ich schon mal hier war, wollte ich auch alle Gipfel mitnehmen und drehte dementsprechend noch mal um. Der kleine Verhauer kostete natürlich ordentlich Zeit und so traf ich erst um 12:00 Uhr am Ostgipfel (2060m) ein. Hätte ich nicht die falsche Karte eingepackt, wäre das nicht passiert.

Allmählich zieht es zu

Allmählich zieht es zu

Der Grat zum Hauptgipfel wird erst kurz vor besagtem Aufbau interessant; hier liegt dann die Schlüsselstelle der Tour. Durch eine Rinne (I-II) geht es kurz abwärts in eine Scharte und dann auf der anderen Seite wieder hinauf. Der Fels war fester, als er zunächst aussah, trotzdem war ich hier ziemlich vorsichtig. In eine weitere Scharte musste ich kurz abklettern (I), nach einer Querung ging es dann eine erdige Rinne hinauf (Steinmann) und durch Felsen (I-II) zum höchten Punkt der Geierköpfe (2161m), den ich nach zwei kurzen Verhauern gegen 13:00 Uhr erreichte. Dem Gipfelbuch zufolge war am 03.10. das letzte Mal jemand hier oben gewesen – an jenem herrlichen Tag bestimmt mit besserer Sicht. Aber auch bei diesem trüben Wetter genoss ich es, draußen zu sein, mich zu bewegen und ein paar Felsen unter den Fingern zu spüren.

Am Grat zwischen Ost- und Hauptgipfel, kurz vor der Schlüsselstelle

Am Grat zwischen Ost- und Hauptgipfel, kurz vor der Schlüsselstelle

Diese Rinne muss abgeklettert werden

Diese Rinne muss abgeklettert werden

Der Weiterweg zum Westgipfel (2143m) ist leicht und so saß ich kurz nach halb zwei am letzten Gipfel der Überschreitung und packte meine Semmeln aus. Allzu lange blieb ich aber nicht, denn der Wind war kühl und zu sehen gab es ohnehin nichts.

Wolken überall

Wolken überall

Der Westgipfel ist fast erreicht

Der Westgipfel ist fast erreicht

Der Rückweg über den Südhangsteig wartet noch mit einiegn Gegensteigungen auf und auch der Abstieg vom Neualpsattel zieht sich, so dass ich erst nach vier wieder am Parkplatz eintraf. Insgesamt bringt es die Tour doch auf über 1400 Hm.

Im Abstieg Tiefblick zum Neualpgriesß

Im Abstieg Tiefblick zum Neualpgriesß

Eine schöne Tour mit einigen sehr netten Gratpassagen (wenn auch zu Brüchigkeit neigend). Und mit Sicht macht sie wahrscheinlich noch mehr Spaß.