Klettern im Mangfallgebirge am 27.07.2019

Es wurde mal wieder Zeit Klettern zu gehen. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Da das Wetter ab Mittag unbeständig angesagt war, sollte eine Tour von übersichtlicher Länge her. So wie der Plankenstein Ostgrat zu Beispiel.

Mein Kollege Matthäus und ich starteten recht früh in München, wollten wir doch die nachmittäglichen Gewitter eher vermeiden. Viertel nach sieben starteten wir am Parkplatz an der Hufnagelstube. Gemütlich wanderten wir hinauf zum Plankensteinsattel. Die Sicht war bereits leicht eingetrübt, aber noch schien das Wetter halbwegs stabil.

Mangfallgebirge

Bereits morgens war die Sicht getrübt.

Plankenstein von Osten

Der Plankenstein macht eine gute Figur.

Am Sattel angekommen querten wir an der Südwand des Plankensteins vorbei, wo sich zwei andere Kletterer gerade bereit machten. Kurz darauf standen auch wir am Einstieg. Noch ein Riegel, kurz ausruhen, dann aufmunitionieren und los. Ich war ein wenig nervös, als ich die erste Seillänge anging, war das letzte Mal doch schon länger her.

Plankenstein Südwand

Die Südwand des Plankensteins; rechts der Ostgrat.

An der ersten IV- -Stelle brauchte ich gleich mal ein bisschen, die IIIer-Querung darüber war dann kein Problem. Matthäus ging dann die zweite Seillänge (III+) an – sein erster Vorstieg seit Ewigkeiten, den er jedoch sehr souverän und entspannt meisterte.

Klettern am Plankenstein

Matthäus steigt die zweite Seillänge vor.

Die dritte Länge war wieder meine. Hier fand sich auch die Schlüsselstelle, ein enger Kamin mit abweisendem Klemmblock (IV+). Dort biss ich mir in mehreren Versuchen die Zähne aus, wollte immer nach rechts in die Wand (hatte gelesen, da sei es einfacher) und übersah völlig die Riesenschuppe am Block, an der man sich super festhalten und hocharbeiten kann. Schließlich gab ich auf (in einer IV – oje!) und überließ Matthäus den Vorstieg, der die Lösung recht bald fand und oben stand.

Plankenstein Ostgrat Schlüsselstelle

Die Schlüsselstelle am Ostgrat

Immerhin konnte ich mich dann in Seillänge vier an der letzten IVer-Stelle versuchen, einem plattigen Aufschwung. Das ging gut und anschließend folgte bis zum Gipfel nur noch Geschröf. Super, wieder einen weißen Fleck auf meiner persönlichen Gebirgslandkarte erkundet!

Plankenstein Gipfel

Nach getaner Arbeit am Gipfelkreuz

Da das Wetter noch ganz brauchbar aussah, ließen wir uns Zeit und machten erst mal ausführlich Pause. Dann seilten wir die abgespeckte Rinne des Normalwegs ab und stiegen zurück zum Plankensteinsattel. Anschließend wanderten wir einmal um den Berg herum auf die Nordseite, wo wir noch zwei Sportkletterrouten angingen.

Als wir unser Zeug zusammengepackt hatten und losgegangen waren fielen auch schon die ersten Tropfen. Später begann es ordentlich zu regnen und als wir den Parkplatz erreichten, gewitterte es heftig. So hatten wir den Tag also perfekt ausgenutzt. Und waren endlich mal wieder klettern.

Plankenstein von Norden

Auch sehr beeindruckend sind am Plankenstein die Nordwände.