Skitour im Mangfallgebirge am 24.02.2019

Als Münchner Skitourengeher muss man irgendwann die Rotwand-Reibn gehen. Letztes Wochenende war es auch für mich so weit. Und es hat sich gelohnt.

Für Skitouren meide ich den Spitzingsee meistens. Es ist dort einfach zu viel los. Irgendwann wollte ich dann aber doch die Rotwand-Reibn gehen und so stellte ich am Sonntag kurz nach acht das Auto in Spitzingsee ab.

Anschließend begann die Tour erst einmal mit Ski tragen. Es ging die Straße hinauf bis zur Bergwachthütte. Hier konnte ich endlich auf die Bretter steigen und „richtig“ losgehen. Durch den Bergwald ging es nun zunächst eher flach bergan, bevor es schließlich in richtung des Rotwandhauses etwas steiler wurde.

Wintereindrücke im Aufstieg

Wintereindrücke im Aufstieg

Der Schinder mit seinem markanten Kar

Der Schinder mit seinem markanten Kar

Schließlich kam der Gipfelaufbau der Rotwand in den Blick, wo schon allerhand los war. Mehr oder weniger einträchtig waren dort Skitourengeher, Schneeschuhgeher und Fußgänger unterwegs. Die letzten etwa 150 Höhenmeter führen durch den steilen Gipfelhang in einigen Spitzkehren zum höchsten Punkt (1884m), den ich nach gut 2h erreichte.

Gipfel in Sicht

Gipfel in Sicht

Gipfelblick; links der Auerspitz

Gipfelblick; links der Auerspitz

Die Aussicht hier war nicht schlecht und so setzte ich mich kurz zur Pause, bevor ich mich an die Abfahrt machte. Letztere wurde dann kein besonderes Vergnügen – zu abgefahren war der Hang – ging aber doch noch recht gut.

Ich fuhr gleich am Rotwandhaus vorbei und hinunter in den Sattel, wo ich wieder auffellen musste. Nun ging es hinauf zum Auerspitz (1810m), den ich recht bald erreichte. Hier war schon weniger los als an der Rotwand.

Der felsige Aufbau der Ruchenköpfe

Der felsige Aufbau der Ruchenköpfe

Die nordseitige Abfahrt hinunter zur Großtiefenalm (1500m) war dann ein Traum. Ca. 10cm Pulverschnee auf kompaktem Altschnee sorgten für ein herrliches Skivergnügen.

Herrliches Skigelände zur Großtiefenalm

Herrliches Skigelände zur Großtiefenalm

Gut gelaunt kam ich unten an. An der Rotwand fuhr gerade eine Gruppe in die steile Ostrinne ein. Das sah schon recht anspruchsvoll aus. Einer von ihnen verlor bald einen Ski, der seinen Weg fast bis zu uns herunter fand und von einem anderen Tourengeher eingesammelt wurde. Der Skifahrer machte dann das beste aus seiner Lage und kam erstaunlich sicher nach unten. Etwas länger als mit zwei Ski dauerte es aber natürlich schon.

Die Ostseite der Rotwand

Die Ostseite der Rotwand

Rückblick zu den Ruchenköpfen

Rückblick zu den Ruchenköpfen

Währenddessen stieg ich wieder auf, dieses Mal zum Hochmiesing, dem letzten Gipfel des Tages. Es war inzwischen ziemlich warm geworden, was für die Schneequalität nichts Gutes verhieß. Auch zogen mehr und mehr hoch gelegene Wolken auf, was die zunächst brauchbare Fernsicht immer mehr einschränkte.

Am 1883m hohen Gipfel des Hochmiesing angekommen, setzte ich mich unters Kreuz und machte Brotzeit. Auch hier oben war ich nicht allein, die Rotwand-Reibn ist eben beliebt. Dann fuhr ich westseitig ab. Der Schnee war zwar noch pulvrig, leider nur lagen einige Eisplatten darin verborgen, was der Abfahrt eine ruppige Note gab. Nach unten hin wurde es dann immerhin wieder besser.

Taubensteinhaus

Taubensteinhaus

Es zieht allmählich zu.

Es zieht allmählich zu.

Kurz hinter der Kleintiefenalm fellte ich dann zum letzten Mal wieder auf und stieg am urigen Taubensteinhaus vorbei zum 1591m hohen Sattel zwischen Taubenstein und Rauhkopf. Von hier aus ging es die aufgelassene Piste hinunter bis zum Spitzingsee und dann noch einige Minuten zu Fuß am See entlang zurück zum Auto. So endete die Tour, wie sie begonnen hatte: Mit Ski tragen.

Und anschließend wusste ich dann auch endlich, warum die Rotwand-Reibn so beliebt ist. Weil sie gut erreichbar, abwechslungsreich, nicht schwierig und einfach schön ist.